Maske Zug

Gemeinsam zur Mitte: eine gegenseitige Entschuldigung und ein gemeinsamer Schritt in die ökumenische Zukunft

Der nationale ökumenische Gedenk- und Feiertag „Gemeinsam zur Mitte: 500 Jahre Reformation – 600 Jahre Niklaus von Flüe“ am 1. April in Zug hat ein Zeichen gelebter Ökumene gesetzt. Nach einen Tag, gefüllt mit Referaten, Diskussionen und Musik, füllt sich am Nachmittag die Kirche St. Michael, Zug mit ihren 1000 Sitzplätzen fast bis auf den letzten Platz.

In einem liturgisch stimmigen und musikalisch reichen Gottesdienst sagen Felix Gmür, Bischof von Basel und Gottfried Locher, Kirchenbundspräsident „wir entschuldigen uns“. Es ist eine Entschuldigung bei der jeweils anderen Konfession, es ist eine Entschuldigung für Leid, das im Lauf der Geschichte der Kirchen entstanden ist, das aber auch an den Erfahrungen der Anwesenden anknüpft. Die Entschuldigung will die Trennung der Kirchen nicht aus der Welt schaffen, sondern nimmt den Schmerz ernst, der dieser Spaltung innewohnt.

Und die Form des ökumenischen Gottesdienstes hält dies aus, trägt diese Spannung und geht nach einer Umarmung und einem Dialog in ein Teilen des Brotes über. Es ist ein Schritt auf dem Weg „zur Mitte“ – ein Schritt, den bereits Niklaus von Flüe als auch die Reformatoren, Männer und Frauen, gegangen sind, individuell aber auch eingebunden und herausfordernd für die Kirche. „Gemeinsam zur Mitte“, das geteilte Brot gibt Stärkung und Hoffnung.

„Dieser Gottesdienst hat meiner Seele gut getan“, sagt eine der Gottesdienstbesucherin zu mir beim Verlassen der Kirche. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Regina Hauenstein, Fachstelle Öffentlichkeitsarbeit

Bildlegende: Felix Gmür, Bischof von Basel und Gottfried Locher, Kirchenbundspräsident bringen das Brot zu den Gottesdienstbesucherinnen und Besuchern

Botschaft zum 1.4.: http://www.ref-500.ch/sites/default/files/botschaften_gemeinsam_mitte_d.pdf

Link zu Dokumentation des Gottesdienstes: http://www.ref-500.ch/sites/default/files/p4_liturgie_deutsch_vierstimmig.pdf